Home » Allgemein » Demenz – der Radiergummi im Kopf

Staatliche Realschule Berching
Uferpromenade 14
92334 Berching
Tel.: 08462 905517
Fax: 08462 905519

Aktuelles

Detailinformationen zum Thema Hitzefrei entnehmen sie bitte dem 5. Elternbrief.


Demenz – der Radiergummi im Kopf

 

In Deutschland leiden über 1,6 Millionen Menschen an einer Demenz und jedes Jahr erhöht sich die Anzahl der Betroffenen um ca. 40.000 Menschen. Nach offiziellen Vorausberechnungen der Bevölkerungs-entwicklung und Krankheitszahl könnte sich diese Anzahl auf rund 3 Millionen Betroffene im Jahr 2050 erhöhen, sofern kein Durchbruch in der Prävention und der Diagnose in den nächsten Jahren gelingt.

Das  entspräche ca. 100 Neuerkrankungen pro Tag. Eine Demenzerkrankung in der Familie oder dem Freundeskreis stellt eine große Herausforderung für alle daran Beteiligten, Angehörige sowie Pflegekräfte, dar. Um Kinder an die Thematik des wirren Vergessens heranzuführen, hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. ein jugendgerechtes Konzept entwickelt, das in einer interaktiven Veranstaltung genauer über die Demenzerkrankungen aufklären sowie Hilfestellungen und Unterstützungsmöglichkeiten im Umgang mit betroffenen Personen an die Hand geben möchte.

Zu diesem Zweck kamen Julia Nägele sowie Silvia Alzinger von der Geschäftsstelle der AOK Neumarkt an die Realschule Berching und brachten die fachkundige Referentin Christina Derr von der Ingenium-Stiftung aus Ingolstadt mit, die in ihrem Vortrag sowohl auf einzelne Aspekte der Demenzerkrankung als auch auf interessierte Schülerfragen, die während des Vortrags immer wieder gestellt wurden, sachkundig gleichermaßen einging.  Da die Realschule Berching seit nunmehr 19 Jahren eine enge Kooperation mit dem Seniorenheim der Caritas am Ort unterhält, war auch der Leiter dieses Heimes, Gerhard Binder, anwesend. In etwa zwei Drittel der Schüler*innen der achten Klassen hatten bereits in den sechsten Klassen Erfahrungen mit Demenzerkrankten gewonnen, wobei sie sich freiwillig ein Schuljahr lang einen Nachmittag um Senioren im hiesigen Altenheim kümmerten, mit ihnen redeten, spielten, ihnen vorlasen oder auch für sie zu musizierten. Daher kannten sie die Verhaltensauffälligkeiten Demenzkranker aus eigenem Erleben sehr gut.

Frau Derr erläuterte zunächst die verschiedenen Formen einer Demenz, da nur in etwa zwei Drittel der Fälle eine wirkliche Alzheimererkrankung  des Betroffenen vorliegt. Hierbei unterschied sie zwischen primären und sekundären Demenzen, die unterschiedlichste Ursachen haben können und  durch aufwändige Tests im Ausschlussverfahren diagnostiziert werden. Einige dieser Tests führte sie, zur Verblüffung der interessierten Schüler im Klassenverband durch. Im Anschluss daran ging sie auf den Verlauf von Demenzerkrankungen ein, die letztendlich zum Tode führen. Auch erläuterte sie, in welcher Welt Demenzerkrankte zu leben scheinen, wenn sie sich beispielsweise im Spiegel betrachten oder in ihrem Gehirn wieder „ein Buch umgefallen“ ist und ein Lebensjahrzehnt an Erinnerungen verloren gegangen ist, sodass sie sich um Jahre zurückversetzt, beispielsweise in ihrer Jugendzeit, wähnen. Die Jugendlichen erhielten abschließend konkrete, nützliche Tipps im Umgang mit Demenzerkrankten, die diese in ihren Familien selbst bei Bedarf anwenden können. Auch hilfreiche Adressen und Internetquellen sowie Zusatzbroschüren wurden zum Abschluss an die Schüler*innen verteilt, die sich sehr positiv zu dem Workshop äußerten und sich bei der Referentin sowie den AOK-Mitarbeitern mit großem Applaus bedankten.
Beate Burkhardt